INSULINRESISTENZ UND HOMA-INDEX

Von Insulinresistenz spricht man, wenn das blutzuckersenkende Hormon Insulin weniger als erwartet wirkt. Sie wird auch als Prä-Diabetes bezeichnet und ist die Vorstufe zum Diabetes Typ 2.

Während der Insulinmangel bei der Zuckerkrankheit vom Typ 1 (= sogenannte jugendliche Form der Zuckerkrankheit) absolut ist, also überhaupt kein Insulin mehr freigesetzt wird, ist der Insulinmangel beim Typ 2 relativ. Das bedeutet, dass zwar grundsätzlich Insulin freigesetzt wird, aber die Wirkung des körpereigenen Insulins zu schwach ist, um den Blutzucker zu normalisieren. Die Ursachen dafür sind nicht genau geklärt. Es wird aber davon ausgegangen, dass sie durch die Kombination mehrerer Faktoren zustande kommt.

Bei der Entstehung der Insulinresistenz ist das Übergewicht von herausragender ursächlicher Bedeutung. Als Vermittler zwischen dem übermäßigen Körperfett und der Insulinresistenz werden seit langem freie Fettsäuren, seit kurzem aber auch bestimmte Eiweißmoleküle diskutiert, die aus dem Fettgewebe freigesetzt werden (ähnlich wie Hormone aus Drüsen) und in anderen Geweben (z. B. Leber, Muskel) das Insulinsignal stören 

Die Ernährung spielt ebenfalls eine übergeordnete Rolle. Große Mengen zuckerhaltiger Nahrungsmittel und Getränke, sowie stark verarbeitete und somit nährstoffarme Nahrungsmittel tragen sehr zu dieser Form der Zuckerstoffwechselstörung bei.

Darüber hinaus stellt unsere überwiegend sitzende Lebensweise und der damit verbundene Bewegungsmangel einen weiteren Risikofaktor für die Entwicklung einer Insulinresistenz dar. Mittlerweile gibt es zahlreiche Hinweise dafür, dass regelmäßige Bewegung die Insulinempfindlichkeit der Zellen erhöht und damit der Insulinresistenz entgegen wirkt.

Die Insulinresistenz führt nicht nur zu Störungen des Glukosegleichgewichts, sondern ist auch an der Entstehung von Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und Atherosklerose beteiligt. Damit wird sie in sehr enger Verbindung mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen gesehen.

Diagnostik Insulinresistenz
Bei der Insulinresistenz sind die Blutzuckerwerte nach den Mahlzeiten leicht erhöht und es zeigen sich stark erhöhte Insulinwerte. Der Nüchternzuckerwert liegt meist noch lange im Normbereich. Da der Prä-Diabetes meist ohne Symptome verläuft, bleibt er deshalb lange Zeit unentdeckt. Aufdecken lässt sich die die gestörte Glukoseverwertung mit Hilfe des Zuckerbelastungstests und mit dem berechneten Laborwert HOMA.Index als Maß der geschätzten Insulinresistenz.

UNSER ANGEBOT ZUR Früherkennung einer Insulinresistenz

  • Urinuntersuchung auf Glukose (Zucker)(Teil der Gesundheitsvorsorge Check-up 35+)
  • Nüchternblutzucker (70-110 mg/dl) (Teil der Gesundheitsvorsorge Check-up 35+)
  • Blutzuckerprofil (Blutzuckerwerte vor und nach den Mahlzeiten, ggf. auch nur ein Wert 1-2 Stunden nach einer Hauptmahlzeit)
    Auch nach einer kohlenhydrat- /zuckerhaltigen Kost dürfen die Blutzuckerwerte nicht wesentlich ansteigen (Idealwert ca. 70-140mg/dl)
  • Zuckerbelastungstest (oraler Glukosetoleranztest)
    Empfindlicher standardisierter Test zur Diabetes-Früherkennung, bei dem in der Praxis der Blutzucker deimal bestimmt wird (nüchtern, 1 Stunde und 2 Stunden nach Trinken einer genormten Traubenzuckerlösung)
  • HOMA-Index Laboruntersuchung zum Ermitteln der Insulinresistenz (fehlende Wirkung des körpereigenen Insulins), sinnvoll bei Übergewicht, unerfülltem Kinderwunsch, auffälligen Blutzuckerwerten)

oGTT – PDF zum Download

Unsere Massnahmen zur Verhinderung/ Behandlung einer Insulinresistenz

Gewichtsreduktion
Die beste Behandlung (und Verhütung) von Insulinresistenz ist nach wie vor das Erreichen eines normalen Körpergewichts, d. h. der Körper-Masse-Index (Gewicht in kg geteilt durch Größe in m hoch zwei) sollte kleiner 25 sein. Wir beraten Sie zu Ihren Zielen.

Ernährung
Wir geben erste individuelle Ernährungshinweise und überweisen Sie zu einer professionellen Ernährungsberatung durch Diätassistenten.

Bewegung
Ein weiterer wichtiger Schritt besteht in mehr und regelmäßiger Bewegung. Muskeltraining wirkt der Insulinresistenz entgegen und verbraucht Glukose. Alles zählt: Treppensteigen, Spaziergänge bis hin zum Fitness-Programm. Wir können Sie dazu allgemein beraten und einen Antrag auf Kostenübernahme zu Funktionssport/Rehasport stellen.

Schlafmangel und Schichtdienste können ebenfalls zur Insulinresistenz beitragen.

Medikamente
Das aus der Diabetestherapie altbekannte Medikament Metformin verbessert eindeutig die Insulinwirkung und reduzierte in einem präventiven Ansatz das Risiko der Zuckerkrankheit. Wir beraten Sie an Hand ihrer Laborwerte und Ihrer Risikofaktoren, ob eine medikamentöse Therapie für Sie in Frage kommt.